19.8.09

Post aus Afghanistan

Post aus aller Herren Länder zu empfangen, ist heute nichts besonderes. Aber Nachrichten vom Kriegsschauplatz Afghanistan waren heute die Premiere des Tages. Mein Mitbruder Steffen ist Militärgeistlicher und momentan in Kunduz und Kabul unterwegs.
Hallo nach Deutschland,
und viele Grüße aus Kabul. Für das vergangene Wochenende war ich wieder in dieser Stadt. Morgen geht es wieder zurück nach Massa. Hier haben wir um die 35 Grad, in Massa werden es wieder über 40 Grad sein. Da die Luftfeuchtigkeit um die 10% ist, geht das aber. Zumal ich oft in klimatisierten Räumen bin und die Stube auch klimatisiert ist und ich somit gut schlafen kann. Wir sind jetzt alle gespannt, was die Zeit um Wahlen bringen wird. Gestern haben die Aufständischen ja mal wieder ein Zeichen in Kabul gesetzt, der Angriff galt wohl der amerikanischen Botschaft. Als der Täter sich dann entdeckt fühlte, hat er sich auf der Straße vor dem ISAF Hauptquartier in die Luft gessprengt. In zwei Wochen kann ich mir die Stelle dann mal anschauen, wenn ich wieder dort bin.
Grundsätzlich vergehen die Tage recht schnell und somit sind immerhin schon 36 Tage Auslandseinsatz geschafft und in 97 Tagen geht es wieder in die Heimat. Solange werde ich also hier noch meinen Einsatz für Deutschland verrichten. Die Arbeit ist sehr vielfältig, jedoch noch im normalen Maß zu bewältigen. Auch kommen wir im Team ganz gut rum. Nur ist es halt eine andere Form von Fortbewegung, wenn man sich vor dem Rausfahren erstmal so richtig aufrödeln muss und dann mit Schutzweste, Helm, Schutzbrille, Ärmel lang und Kampfhandschuhe an in das Transportfahrzeug einsteigt. Den Gehörschutz will ich dabei nicht vergessen. Vor dem rausfahren aus dem Camp werden bei den Mitfahrern dann noch die Waffen geladen und dann geht es los. Je nach Fahrzeugtyp sieht man dann mal mehr oder auch nichts bis man am Ziel angekommen ist. Morgen wird hier noch ein Transport zum Flugplatz durchgeführt, dann ist erstmal Schluss bis nach den Wahlen. In dem Transport ist auch die Post dabei, ganz wichtig für die Soldaten hier. In Massa ist die Lage eher ruhig, während in Kunduz viel mehr gekämpft wird. (...)
Die Verbindung in die Heimat ist ganz wichtig und wird wichtiger mit jedem Tag, den ich hier bin. Telefonieren kann man von hier zwar nach Deutschland und das sogar ganz gut, soweit man sich anrufen lässt, macht die Bundeswehr da auch keine Probleme. Mit dem selber anrufen ist das da schon schlechter.
Ich wünsche allen Soldaten im Auslandseinsatz viel Kraft zum Durchhalten und den Militärpfarrern geistliche Stärke, um die jungen Menschen führen zu können.